Was ein Headhunter wirklich kostet: 27,8% Provision und der strukturelle Fehlanreiz
Der Branchendurchschnitt für Headhunter-Provisionen liegt laut Bundesverband Deutscher Unternehmensberater bei 27,8% des Jahresbruttogehalts. Bei einer Stelle mit 80.000€ Jahresgehalt macht das 22.240€ Honorar – für eine einzige Besetzung. Was viele dabei übersehen: Das Provisionsmodell schafft einen strukturellen Fehlanreiz, der gegen eure Interessen wirkt.
Was das Provisionsmodell bedeutet
Headhunter arbeiten im Regelfall nach dem Erfolgsprovisions-Modell: Ein prozentualer Anteil des Jahresbruttogehalts der besetzten Position wird als Honorar fällig. Der aktuelle Branchenschnitt laut BDU liegt bei 27,8% – 69% aller Headhunter bewegen sich in der Spanne von 20 bis 30%. Als Einsteigerpositionen gelten 15%, für Executive-Search-Mandate werden bis zu 35% aufgerufen.
Wichtig zu verstehen: Die Berechnungsgrundlage beschränkt sich nicht auf das Fixgehalt. Variable Gehaltsanteile wie Boni, Prämien, Dienstwagen oder Beteiligungen fließen anteilig in die Basis ein – das Honorar steigt also mit dem Gesamtvergütungspaket.
Die Kostenrechnung – vier konkrete Beispiele
Was ein Headhunter bei verschiedenen Gehaltsklassen kostet, wenn man den Branchenschnitt von 27,8% ansetzt:
Fachkraft mit 50.000€ Jahresgehalt: 13.900€ Honorar. Teamleiter mit 70.000€: 19.460€. Abteilungsleiter mit 100.000€: 27.800€. Führungskraft mit 150.000€: 41.700€.
Dabei gelten drei Monate Garantiezeit als Branchenstandard. Verlässt der Kandidat das Unternehmen danach, fällt das volle Honorar beim nächsten Anlauf erneut an – plus erneute Vakanzkosten.
Der strukturelle Fehlanreiz – warum das Modell gegen euch arbeitet
Das Provisionsmodell schafft einen Interessenkonflikt, den die meisten Unternehmen unterschätzen: Der Headhunter verdient mehr, wenn das Jahresgehalt des Kandidaten höher ist. Sein wirtschaftliches Interesse liegt damit nicht zwingend darin, die kostenoptimalste Lösung zu finden – sondern die teuerste, die ihr akzeptiert.
Das äußert sich in der Praxis subtil: Kandidaten mit höheren Gehaltsvorstellungen werden bevorzugt präsentiert. Gehaltsverhandlungen werden nicht aktiv nach unten moderiert. Und bei der Wahl zwischen zwei gleichwertigen Kandidaten mit unterschiedlichen Gehaltswünschen ist das Incentive des Headhunters klar.
Wann Headhunter sinnvoll sind – und wann nicht
Headhunter haben ihre Berechtigung: Bei hochsensiblen C-Level-Suchen, bei denen Vertraulichkeit oberste Priorität hat, und bei Unternehmen mit maximal zwei bis drei Besetzungen pro Jahr, bei denen ein Fixpreis-Partner nicht wirtschaftlich wäre.
Für alles andere – Fach- und Führungskräfte, Wachstumsphasen mit mehreren parallelen Suchen, planungssicherheitsorientierte Unternehmen – ist das Provisionsmodell schlicht zu teuer und zu intransparent. Ein Fixpreismodell mit Ergebnisgarantie, das deutlich unter dem Branchenschnitt liegt, ist in diesen Fällen die überlegene Wahl: kalkulierbar, ohne Fehlanreiz, mit garantierten Ergebnissen.
Weiterführende Artikel
Kein Provisionsmodell. Kein Fehlanreiz.
ANGEHEUERT arbeitet zum Fixpreis – deutlich unter dem Marktschnitt von 27,8%. Mit Talent-Garantie und ⌀ 29 Tagen Time-to-Hire.
Jetzt Angebot einholen